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Achim Szepanski: Der Non-Marxismus – Finance, Maschinen, Dividuum
Theorie Band 70 ISBN 978-3-944233-69-7 Erschienen im Oktober 2016 558 Seiten Der Non-Marxismus ist der erste Text in deutscher Sprache, der es unternimmt, François Laruelles Konzeption des Non-Marxismus im Licht seiner Non-Standard-Philosophie darzustellen. Es ist Laruelles Ziel, die philosophische Komponente des Marxismus so zu reduzieren, dass aus dem Zirkel eines auf sich selbst bezogenen Marxismus ausgebrochen werden kann, um zu einer generischen Wissenschaft zu gelangen. Allerdings konzipiert Laruelle seine eigene Science-Fiction immer noch auf dem Terrain der Philosophie. In Abgrenzung zu Laruelle zielt Szepanskis Interesse stärker auf die Ökonomiekritik als generische Wissenschaft, auf die kritische Analyse der immanenten »Gesetzmäßigkeit« des Kapitals und der Relationen zur modernen Finance. Die Analyse betont die entscheidende Rolle der neuen Form des spekulativen Geldkapitals (Derivate) für die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Machtbeziehungen. Im Abschnitt über die Maschinen widerspricht Szepanski der geläufigen Postion, die Technik als ein neutrales Instrument aufzufassen, das vom Kapital oder alternativ postkapitalistisch angeeignet werden kann. Vielmehr geht es um das Spezifische des Einschreibens des Kapitalverhältnisses in die Verkettungen von Menschen-Maschinen und Maschinen-Maschinen, die beide auf einer gewissen Nicht-Linearität insistieren. Das in den Kapitalmaschinen funktionierende Subjekt heißt Dividuum.     Achim Szepanski, geboren bei Karlsruhe, hat in Frankfurt/M. Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert. In den 1990er-Jahren leitete er diverse Labels der   elektronischen Musik wie Force Inc., Mille Plateaux und Ritornell. In dieser Zeit erschienen eine Reihe von Essays, Interviews und Statements zur Medientheorie, zu Deleuze/Guattari und zur Theorie der elektronischen Musik. Im Jahr 2003 erschien das Buch Soundcultures (Hrsg.). Danach schrieb Szepanski eine Roman-Trilogie (Saal 6, Pole Position und Verliebt ins Gelingen). 2014 erschienen bei LAIKA die beiden Bände Kapitalisierung 1 & 2. Seit 2015 betreibt er den Blog NON.

38,00 €*
Achim Szepanski: Kapitalisierung Bd. I - Marx' Non-Ökonomie
Band 43 ISBN: 978-3-944233-12-3 Erschienen Mai 2014 456 Seiten Was würde es bedeuten, wenn Marxens Problematik im Kapital, entgegen der üblichen Interpretationsversuche, mit der asketischen Existenzaussage »Es gibt Kapital« beginnt? Könnte dann die Reproduktion des Kapitals noch die eines »automatischen Subjekts« meinen? Oder bezeichnete sie eben nur dieselbe Reproduktion, d. h., die Wiederholung der impliziten Formen kapitalistischer Produktion, dies allerdings nicht allein im Sinne einer nackten Wiederholung, welche die Invarianz hervorhebt, sondern auch in jenem einer komplexen Wiederholung, mit deren Begriff das Kapital als differenzielle Gesamtheit zu konstruieren ist. In diesem Kontext wird zu diskutieren sein, ob sich der Term ökonomische Basis als »Determination-in-der-letzten-Instanz« mit dem Begriff der Quasi-Transzendentalität des Kapitals und schließlich der Kontingenz des gegenwärtigen spekulativen Kapitals verträgt.  En passant führt Szepanski im ersten Band der Schrift »Kapitalisierung« in einige der wesentlichen Begriffe der »Non-Philosophie« von Deleuze/Guattari und François Laruelle ein. Im Zuge der Konstruktion eines Non-Marxismus versucht Szepanski im Durchgang durch die Marx'schen Texte eine Beschreibung des Phänomens der Kapitalisierung vorzunehmen. Dies bedeutet, spezifische Marx'sche Problematiken, die mit Begriffen wie Wert, Geld, Mehrwert, Kapital etc. konnotiert sind, als begriffliches Material zu verdichten, um sie im Kontext diverser marxistischer Theorieansätze auf ihre immanenten und transzendenten Momente hin zu untersuchen. Herangezogen werden u. a. die um das ökonomische Mathem und die Aktualisierung des Differenzianten Wert kreisende semio-ökonomische Analyse von Harald Strauß, die von Derrida inspirierte Lesart eines Marx der unabschließbaren Texte bei Hans-Joachim Lenger oder die fragmentarischen Passagen eines Hans-Dieter Bahr zum maschinellen Mehrwert. Achim Szepanski, geboren bei Karlsruhe, hat in Frankfurt/Main Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert. Ab 1991 gründete und leitete er international erfolgreiche Labels der elektronischen Musik wie Force Inc., Mille Plateaux und Ritornell. In dieser Zeit erschienen eine Reihe von Essays, Interviews und Statements zur Medientheorie, Deleuze/Guattari und Theorie der elektronischen Musik, u.a. 1995 die CD/Text Compilation In Memoriam Gilles Deleuze, 2003 als Herausgeber mit Markus S. Kleiner das Buch Soundcultures. Danach schrieb er eine Roman Trilogie (Saal 6, Pole Position und Verliebt ins Gelingen) – ein literarisches Monument zur Lage des gegenwärtigen Kapitalismus.

38,00 €*
Alain Badiou/Pierre Bourdieu/Judith Butler/Georges Didi-Huberman/Sadri Khiari/Jacques Rancière: Was ist ein Volk?
Laika Theorie Band 71 ISBN: 978-3-944233-76-5 112 Steiten erschienen März 2017   »Der Begriff des Volks ist fest mit der Emanzipation verankert.« Impliziert das Wort »Volk« das Verschwinden des existierenden Staats? Ist »Wir, das Volk« eine performative Aussage, durch die sich Körper, die auf der Straße versammelt sind, als Volk konstituieren? Gibt es nicht ein Volk, sondern miteinander koexistierende Völker innerhalb eines Staats, einer Gesellschaft ? Besteht es aus Kräfteverhältnissen, ist es Resultat einer Geschichte von Kräfteverhältnissen? Und ist der Populismus eine Figur, die auf der Vermischung zwischen einer Fähigkeit – der rohen Gewalt der Masse – und einer Unfähigkeit – der derselben Masse zugeschriebenen Unwissenheit – aufbaut? Im vorliegenden Band beleuchten Judith Butler, Alain Badiou, Pierre Bourdieu, Georges Didi-Huberman, Sadri Khiari und Jacques Rancière einige der Facetten des »Volks«. So unterschiedlich ihre Ansätze auch sind, so haben die AutorInnen trotz der Vieldeutigkeit des Begriffs doch eine Gemeinsamkeit, nämlich ohne zu zögern das »Volk« der Emanzipation zuzurechnen. Was vielleicht gerade in Zeiten des grassierenden Populismus die in Mode gekommene Geringschätzung des »Volks« in Frage stellen könnte.   »Das Projekt zu diesem Buch ist aus der Beunruhigung heraus entstanden, mitansehen zu müssen, wie das Wort ›Volk‹ sich ohne Hoffnung auf Wiederkehr zur Gruppe von Worten wie ›Republik‹ oder ›Laizität‹ gesellt, deren Bedeutung sich in die Richtung entwickelt hat, dass sie der Bewahrung der Ordnung dienen.« Aus dem Vorwort     Aus dem Französischen von Richard Steurer-Boulard

17,00 €*
Alain Badiou/Slavoj Žižek: Die Idee des Kommunismus Band III
Laika Theorie Band 39 ISBN: 978-3-944233-03-1 erschienen 2015 ca. 280 Seiten Die Idee des Kommunismus ist mehr als nur eine weitere Vertreterin in der Reihe der klassischen Utopien von Thomas Morus über Campanella bis William Morris. Sie ist heute aktueller denn je. Die globale Wirtschaftskrise hat die Frage nach einer neuen Gesellschaft jenseits des Kapitalismus wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Aber welchen Beitrag kann die kommunistische Idee bei der Suche nach Alternativen leisten? Was muss aus dem Scheitern im 20. Jahrhundert gelernt werden? »Was sollen wir in solchen Zeiten tun? Zuerst muss gezeigt werden, dass die verborgene Arbeit der Unzufriedenheit andauert: Wut häuft sich an, und eine neue Welle der Revolten wird folgen. Daher ist es wichtig, die Dinge richtig zu stellen und diese Ereignisse in der Totalität des globalen Kapitalismus zu verorten. Das bedeutet, ihre Beziehung zu seinem zentralen Antagonismus aufzuzeigen.« Die Konferenz »Communism: A New Beginning« fand auf Einladung von Slavoj Žižek und Alain Badiou vom 14. bis 16. Oktober 2011 in New York statt und folgte auf die Zusammenkünfte in London 2009 und Berlin 2010. Ihre Debatten nehmen die Fäden der Vorgängerkonferenzen wieder auf. Es werden aber auch die turbulenten Ereignisse des Jahres 2011 reflektiert, darunter der Ausbruch des Arabischen Frühlings und das Auftreten der Occupy-Bewegung. Der Konferenz-Band versammelt alle Beiträge der Begegnung. Zu Wort kommen Alain Badiou, Étienne Balibar, Bruno Bosteels, Susan Buck-Morss, Jodi Dean, Adrian Johnston, Frank Ruda, Emmanuel Terray und Slavoj Žižek.   Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, ist Philosoph, Roman- und Theaterautor sowie emeritierter Professor für Philosophie an der École Normale Supérieure in Paris. Über den Werdegang und das Denken des französischen Philosophen sind im LAIKA Verlag erschienen: Alain Badiou – Werdegang eines Streitbaren von Bruno Bosteels (2012) sowie Badiou – Eine Philosophie des Neuen von Ed Pluth (2012). Als Herausgeber (zusammen mit Slavoj Žižek, 2012) veröffentlichte Alain Badiou bei LAIKA bereits Die Idee des Kommunismus Bd. II.

24,00 €*
Albert Camus: Libertäre Schriften (1948-1960)
Laika Theorie Band 28 ISBN: 978-3-942281-56-0 Erschienen Oktober 2013 384 Seiten Albert Camus’ literarisches Werk ist weltberühmt und zählt zur herausragenden Literatur des 20. Jahrhunderts.  Weniger bekannt ist seine Beschäftigung mit dem Anarchismus. Gerade aber die Auseinandersetzung mit dem libertären Denken war für Camus nach dem Zweiten Weltkrieg von großer Bedeutung. Bereits 1940 lernte Camus Rirette  Maîtrejean, eine der bedeutendsten damaligen französischen Anarchistinnen, kennen. Mit jungen libertären AktivistInnen diskutierte er 1948 über ein gemeinsames Verständnis der damaligen Welt. 1949 schrieb Camus dann seinen ersten Artikel in der anarchistischen Presse – damit begann eine Zusammenarbeit, die bis zu seinem Tod fortdauerte. Sie war durch starke persönliche Freundschaften besiegelt, die von gegenseitiger Wertschätzung, Herzlichkeit und Verbundenheit über gemeinsame Kämpfe gekennzeichnet war. In dieser nun erstmalig in deutscher Übersetzung vorliegenden Aufsatzsammlung zeigen sich die Entwicklungswege im Denken Camus’ zu Zeiten des Kalten Kriegs, seine Entschlossenheit, weder der einen noch der anderen Großmacht nachzugeben. In jener Zeit war Camus der einzige französische Intellektuelle, der sich bewusst auf ein drittes Lager stützte: das der Kriegsdienstverweigerer, der mundtot und vergessen gemachten Anti-Kolonialistinnen und der revolutionären Syndikalistinnen. Der vorliegende Band versammelt Schriften Camus wie auch Artikel anderer AutorInnen und ermöglicht erstmalig einen vollständigen Überblick über das Denken und Wirken Camus’ – und so ein umfassendes Verständnis dieses »Menschen in der Revolte«. »Die Schriftsteller waren immer an der Seite des Lebens – gegen den Tod. Wo wäre die Würde dieses lächerlichen Berufs, wenn nicht gerade in der unablässigen Fürsprache für die Sache des Menschen und des Glücks?«Albert Camus     Albert Camus wurde am 7. November 1913 im nordwest-algerischen Dorf Mondovi (heute Dréan) geboren und starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall nahe Villeblevin, Frankreich. Von 1935 bis 1937 war er Mitglied der Kommunistischen Partei. 1935 gründete er das »Theater der Arbeit«. Die Romane Der Fremde und Die Pest begründeten seinen literarischen Ruhm. 1957 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Lou Marin, geboren 1961, lebt als Journalist, Buchautor und Übersetzer seit 2001 in Marseille/Frankreich. Er engagiert sich in der Friedensbewegung der achtziger sowie in antimilitaristischen, antisexistischen und antirassistischen Initiativen der neunziger Jahre. Seit 1980 ist Lou Marin Autor, war Mitgleid verschiedener Redaktionen und ist bis heute Mitherausgeber der gewaltfrei-anarchistischen Monatszeitung Graswurzelrevolution. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen in deutscher, englischer und französischer Sprache. Sein Buch Camus et les libertaires (1948–1960) erschien 2008 bei Égrégores und als Neufauflage unter dem Titel Albert Camus: Écrits libertaires (1948–1960) 2013 bei Indigène Éditions.

24,90 €*
Andreas Heyer: Wolfgang Harich in den Kämpfen seiner Zeit
Laika Theorie Band 58 ISBN: 978-3-944233-52-9 Erschienen Februar 2016 360 Seiten Der vorliegende Band beschäftigt sich mit dem Leben und Werk des streitbaren Marxisten und Philosophen Wolfgang Harich. Eng mit Georg Lukács, Ernst Bloch und Bertolt Brecht befreundet, war er einer der einflussreichsten Intellektuellen der DDR, bis Walter Ulbricht ihn 1956 verhaften und für zehn Jahre im Zuchthaus einsperren ließ. Nach seiner Freilassung wurde Harich erneut in die Kämpfe seiner Zeit hineingezogen und scheute sich nicht, seine Meinung gegen alle Widerstände immer wieder in die damals aktuellen Diskussionen einzubringen: zur Anarchie, Ökologie, Erkenntnistheorie, zu Lukács und Jean Paul – um seine wichtigsten Arbeitsfelder zu nennen. Es ist dem Herausgeber Andreas Heyer zu danken, dass zahlreiche Wissenschaftler und Freunde Harichs aus Deutschland, Frankreich und Österreich die verschiedenen Facetten seines Wirkens und Denkens beleuchten. Dabei reicht die Bandbreite von den frühen journalistischen Anfängen Harichs bis hin zu dessen Kritik der Philosophie Friedrich Nietzsches und seinem Engagement für die Einheit Deutschlands. Wolfgang Harich kommt ebenfalls ausführlich zu Wort, wobei die Schwerpunkte seines Schaffens in exemplarischer Auswahl abgebildet sind. Einige seiner Texte werden hier zum ersten Mal publiziert.   Andreas Heyer, Jahrgang 1974, promovierte mit einer Arbeit zu Denis Diderot. Er ist Autor weiterer Monographien und Aufsätze zum 18. Jahrhundert, zum Beispiel des Lehrbuchs Die französische Aufklärung um 1750. 2006 erschien zudem der Essay Die Utopie steht links, in dem er das Verhältnis von Utopie und Marxismus aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Daneben arbeitet er zur Geschichte der DDR, wobei er besonders die philosophischen Debatten und Diskurse der späten 40er- und 50er-Jahre untersucht. Im Zuge seiner Studien zur DDR-Philosophie beschäftigte er sich auch mit dem Wirken Wolfgang Harichs, dessen Nachlass im Amsterdamer IISG er als erster Forscher wissenschaftlich erschloss. 2012 fasste er zusammen mit Anne Harich, der Witwe Wolfgang Harichs, den Plan, die zahlreichen Vorlesungen und Manuskripte, die bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt waren, in einer großen »Nachlass-Ausgabe« der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 2013 wurde dieses Projekt mit Harichs Arbeiten zur Philosophie Hegels eröffnet, weitere Bände folgten in rascher zeitlicher Abfolge. Nicht zuletzt aufgrund dieser editorischen Leistung gilt er als der beste Kenner des Denkens Harichs.   Wolfgang Harich, geboren am 9. Dezember 1923 in Königsberg, desertierte aus der Wehrmacht, erlebte das Ende des Krieges im Berliner Untergrund und beteiligte sich dann als Journalist und Universitätslehrer am Aufbau der DDR. 1956 wurde er wegen Bildung einer »konterrevolutionären Gruppe« verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Freilassung blieb er in der DDR und arbeitete auf Honorarbasis für den Akademie-Verlag, vor allem an dessen Feuerbach-Ausgabe. Es erschienen seine wichtigsten Publikationen: 1971 die Kritik der revolutionären Ungeduld, 1974 Jean Pauls Revolutionsdichtung sowie 1975 Kommunismus ohne Wachstum? Das letzte Buch markiert eine weitere Zäsur in Harichs Leben – er wendete sich fortan vor allem ökologischen Fragen zu, die ihn noch nach dem Ende der DDR beschäftigten. In den 80er-Jahren arbeitete er zudem zu Nicolai Hartmann und den Werken seines Freundes Georg Lukács. Nach der Wende rehabilitiert, wurde er Vorsitzender der Alternativen Enquetekommission, um seine Vorstellungen von der deutschen Einheit, für die er Zeit seines Lebens gekämpft hatte, zumindest teilweise zu verwirklichen. Am 15. März 1995 ist er in Berlin gestorben.

39,00 €*
Andrew Culp: Dark Deleuze
Laika Theorie Band 76 ISBN: 978-3-944233-79-6 Erschienen im März 2017 120 Seiten Ein revolutionärer Deleuze, der einer Welt der verpflichtenden Happiness, der dezentralisierten Kontrolle und der Überbewachung zugeneigt ist? Der französische Philosoph Gilles Deleuze ist als Denker der Kreation, der fröhlichen Affirmation und der Assemblagen bekannt. In Dark Deleuze argumentiert Andrew Culp, dass der ehemals radikale Kanon der Freude seine Widerstandskraft gegen die dumpfe Kontinuität des Präsens längst verloren hat. Konzepte, die einst geschaffen wurden, um den Kapitalismus zu besiegen, werden heute als Business-Mantras recycelt, die fröhlich und entspannt Slogans wie »Die Macht ist vertikal, das Potenzial ist horizontal!« affirmieren. Mit Dark Deleuze erobert Culp die vergessene Negativität des Denkers Deleuze zurück. Culp präsentiert sie als eine Serie von Unterschieden, die er in einer spielerischen Prosa erkundet. Mit der Erfindung eines untergründigen Netzwerkes, das Linien zur Konspirativität, Grausamkeit, dem Terror des Außen und der Scham, Mensch zu sein, zieht, wirbelt er die geläufigen Interpretationen wild durcheinander. Am Ende seiner Suche beschuldigt Culp Deleuze, einen fatalen Irrtum begangen zu haben: Weil er zu engagiert war, Gründe zu finden, um an diese Welt zu glauben, hat Deleuze es versäumt, uns mehr darüber zu erzählen, was an dieser Welt inakzeptabel ist. Um heute Kommunist zu sein, so Culp, müsse man wieder lernen, diese Welt zu hassen. Aus dem Amerikanischen von Achim Szepanski.   Andrew Culp lehrt als Phd an der University of Texas in Dallas. Seine theoretischen Schriften behandeln die Netzwerkkultur und das Nachleben der Antiglobalisierungsbewegung. Sie erscheinen in Zeitschriften wie boundary 2, angelaki, Radical Philosophy und parallax. Dark Deleuze ist sein erstes Buch und bisher in englischer, spanischer und japanischer Sprache erschienen. Die Originalausgabe kam 2016 unter dem Titel Dark Deleuze bei University of Minesota Press heraus.

11,00 €*
Boris Kagarlitzki: Die Revolte der Mittelklasse
Laika Theorie Band 30 ISBN 978-3-942281-42-3 Erschienen Oktober 2013 248 Seiten Trotz zunehmender ökonomischer Krisen ist das klassische Industrieproletariat im Westen nicht die Hauptkraft des Widerstands gegen den Neoliberalismus. Mehr noch: Die Arbeiter sind derzeit vor allem darum bemüht, ihre Arbeitsplätze zu erhalten und sich gegen Zeit- und Leiharbeiter abzugrenzen. Aber das traditionelle gesellschaftliche Gefüge rutscht weg.  Die untere Mittelschicht wird zunehmend prekarisiert; hochqualifizierte Arbeitskräfte der wissenschaftlich-technischen Intelligenz sehen sich heute mit zunehmender sozialer Deklassierung konfrontiert. Sowohl Globalisierungsproteste als auch die Occupy-Bewegung sind Ausdruck einer Revolte des Mittelstands gegen die Auflösung ihrer bisherigen gesellschaftlichen Stellung. Ob diese Protestbewegungen allerdings jemals zu einer wirklich systemsprengenden Kraft werden, ist fraglich, solange sie sich einem organisierten Widerstand verweigern. Wie können sich die drei großen gesellschaftlichen Gruppen – das verbliebene Industrieproletariat, der prekarisierte Mittelstand und die bereits marginalisierten Randgruppen – politisch und organisatorisch so entwickeln, dass sie im marxschen Sinne von der Klasse an sich zur Klasse für sich werden – und damit die Grundlage einer neuen Gesellschaft setzen können?   Boris Kagarlitzki, geboren 1958 in Moskau, gehört zu den einflussreichsten marxistischen Theoretikern im heutigen Russland. Mitte der siebziger Jahre studierte er am staatlichen Institut für Dramatische Kunst (GITIS), wurde jedoch wegen seiner Beteiligung an der linken Samisdat-Zeitschrift Levy Povorot (Linke Politik) zwangsrelegiert und 1982 verhaftet. Nach seiner Haftentlassung Ende 1983 setzte er sein Studium fort, das er fünf Jahre später abschloss. 1990 wurde er als Kandidat der Sozialistischen Partei in den Moskauer Stadtsowjet gewählt. Mit Gleichgesinnten gründete er 1992 die Arbeitspartei, eine radikale trotzkistische Gruppe. Diese politische Aktivität sowie seine Opposition gegen Jelzin führten im Oktober 1993 zu seiner erneuten Verhaftung. Internationale Proteste verhalfen wenig später zu seiner Freilassung. Von 1994 bis 2002 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Vergleichende Politische Studien der Russischen Akademie der Wissenschaften. Nach seiner Promotion lehrte er Politische Wissenschaften an der Moskauer Staats-Universität und Soziologie an der Russischen Akademie der Wissenschaften. Seit zehn Jahren leitet Kagarlitzki das Institut für Globalisierungsstudien und soziale Bewegungen in Moskau.

21,00 €*
Bruno Bosteels: Alain Badiou – Werdegang eines Streitbaren
Laika Theorie Band 8 ISBN 978-3-942281-98-0 Erschienen April 2012 192 Seiten Bruno Bosteels, Professor für vergleichende lateinamerikanische Literatur an der Cornell-Universität in New York setzt sich in diesem Band mit der Philosophie Alain Badious auseinander, der heute als einer der wichtigsten zeitgenössischen französischen Denker gilt. Bosteels analysiert Badious intellektuelle Wurzeln – unter anderem Althusser und Lacan – und zeigt darüber hinaus die engen intellektuellen Verbindungslinien mit Gilles Deleuze, Slavoj Žižek, Daniel Bensaïd und Judith Butler. Bemerkenswert ist Bosteels Badiou-Lektüre, weil sie gegen den Strom des mittlerweile vorherrschenden Bildes schwimmt, wonach Badiou eine dogmatische, selbstherrliche, absolutistische oder mystische Figur sei, die das Ereignis als radikalen Schnitt oder reinen Anfang präsentiere. Zudem widerspricht sie jener Lesart, die im Ereignis nur eine kaum säkularisierte Version der Gnade oder des Wunders sieht. Bosteels mobilisiert für diesen Zweck nicht nur alle bedeutsamen Texte Badious, besonders das bisher noch nicht ins Deutsche übersetzte Frühwerk Théorie du sujet(Theorie des Subjekts), sondern auch einen Großteil der Denker dessen Generation. So findet der Leser in Bosteels philosophischer Biographie eine beständige Auseinandersetzung mit den »Meistern« Badious, vor allem Louis Althusser und Jacques Lacan, aber auch mit oftmals befreundeten Gesprächspartnern, von Gilles Deleuze über Daniel Bensaïd und Judith Butler bis hin zu Žižek. 

19,90 €*
Bruno Bosteels: Die Aktualität des Kommunismus
Laika Theorie Band 35     ISBN 978-3-942281-62-1 Erschienen August 2014 ca. 200 Seiten »… wenn die Geschichte sich in einer rückläufigen Entwicklung befindet, verschwindet die Politik – nicht, um es klar zu sagen, die parlamentarische und administrative Politik, sondern Politik als die strategische Antizipation des Tages danach«, schrieb Daniel Bensaïd kurz vor seinem Tod zu der Krise der Linken zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Angesichts der Krise des Neoliberalismus erwacht nicht nur in akademischen Kreisen das Interesse an Idee und möglicher Praxis des Kommunismus neu. Gibt es eine Möglichkeit, den Kommunismus als Idee, Hypothese, Bewegung zu formulieren, ohne postwendend mit den Zeugnissen seines »Scheiterns« konfrontiert zu werden? Bruno Bosteels unternimmt es, diese Perspektive zu entwickeln. Er bezieht sich dabei auf Marx’ Die Deutsche Ideologie: »Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt.« Bosteels formuliert dabei kein Rezeptbuch praktischer Handlungsanleitung, sondern lenkt den Leser durch Fragestellungen zu einem dialektischen Denken, aus dem nicht nur die Aktualität, sondern darüber hinaus die Notwendigkeit des Kommunismus folgt.   Bruno Bosteels, Professor für Romanistik, lehrt heute an der Cornell University in Ithaca/New York. Zuvor war er Dozent für romanische Sprachen und Literatur an der Universität von Pennsylvania, für romanische Philologie an der Katholieke Universiteit Leuven, Belgien, und Assistenz-Professor an der Harvard University und an der Columbia University. Bosteels ist Übersetzer von Alain Badious Arbeiten ins Englische, darunter Theory of the Subject und Can Politics Be Thought? Zu seinen Arbeiten gehören Essays über Kierkegaard, Nietzsche und Lacan. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die moderne lateinamerikanische Literatur und Kultur sowie die zeitgenössische europäische Philosophie und Politische Theorie. Sein Forschungsgebiet umfasst die Bereiche Kunst, Literatur, Theorie und Kartographie, die radikalen Bewegungen der sechziger und siebziger Jahre, Dekadenz, Dandytum und Anarchie an der Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert.

19,90 €*
Carolin Amlinger: Die verkehrte Wahrheit
Laika Theorie Band 32 ISBN 978-3-942281-63-8 Erschienen August 2014 192 Seiten Der postmoderne Diskurs um die kulturelle Logik des Spätkapitalismus scheint zu erodieren: Autoren wie Slavoj Žižek und Alain Badiou setzen der postulierten Unmöglichkeit von Sinn im sozialen System positiv das Fundament der Wahrheit entgegen. Mit ihrer »Politik der Wahrheit« kommt es zu einer Renaissance von zwei Begriffen, die in der Philosophie des 21. Jahrhunderts bislang nur noch rudimentär eine Rolle spielten: Ideologie und Wahrheit. Damit schließt die gegenwärtige politische Philosophie an das zentrale Thema westlicher marxistischer Ideologietheorien an: Die Stabilität der modernen kapitalistischen Gesellschaft wird hier unter Rückgriff auf imaginäre Formen der »Verkehrung« im Bewusstsein der Beherrschten erklärt. Theorien des Ideologischen konstituieren damit aber auch immer schon ihr Gegenteil, in ihnen ist negativ der Begriff der Wahrheit aufgehoben: Indem Ideologietheorie die Zementierung herrschender Ordnungen durch das Verkennen der eigenen Existenzgrundlage begründet, ist implizit die Möglichkeit des Erkennens der realen Verhältnisse mitgedacht. In einer Rekonstruktion einschlägiger Diskurslinien des westlichen Marxismus soll in diesem Buch das Verhältnis von Ideologie und Wahrheit nachgezeichnet werden.   Carolin Amlinger (geb. 1984) ist Soziologin und Philosophin. Sie studierte Philosophie, Soziologie und Germanistik an der Universität Trier. Derzeit promoviert sie am Frankfurter Institut für Sozialforschung über die prekäre Arbeit von SchriftstellerInnen der Gegenwart und hofft, dass sie später selbst nicht als prekäre Schriftstellerin endet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben der kritischen Arbeitssoziologie und der Prekarisierung der Arbeitswelt auch Ideologietheorien des westlichen Marxismus – wäre sie Kulturwissenschaftlerin, würde sie außerdem Buffy – The Vampire Slayer nennen. Im LAIKA Verlag gibt sie gemeinsam mit Christian Baron die Reihe Marxist Pocket Books heraus.

19,90 €*
Christian Gaedt (Hrsg.): Krise der Ökonomie
Laika Theorie Band 22 ISBN 978-3-942281-50-8Erschienen März 2013 ca. 125 Seiten Ökonomische Krisen führen nicht automatisch zu politischen Krisen. Das weiß man seit Gramsci. Es ist dennoch immer wieder schwer zu begreifen, wie das kapitalistische System sich aus diesen Krisen heraus erneuert. Es verwundert auch, wie das politische System diesen Herausforderungen trotzt und stabil bleiben kann.  Im vorliegenden Band gehen vier anerkannte marxistische Wissenschaftler diesen Fragen nach. Dabei werden vier unterschiedliche Facetten hervorgehoben. Wolfgang Fritz Haug verdeutlicht die Bedeutung der Hegemonie-Theorie Gramscis sowohl für die internationalen Beziehungen als auch für die Herrschaft innerhalb nationaler Grenzen. Klaus Dörre analysiert die »Landnahme des Sozialen, Grenzen und Dynamik des Kapitalismus«; Bernd Röttger untersucht die neuesten Theorien kapitalistischer Reproduktion und David Salomon analysiert die Hegemonie der neoliberalen Ideologie. Der Band ist das Ergebnis der 5. Braunschweiger GramsciTage; der Laika-Verlag wird die Herausgabe der KongressReader der Gramsci-Tage fortsetzen.   Christian Gaedt, geboren 1939, studierte Medizin in Tübingen und Berlin und promovierte an der Freien Universität Berlin auf dem Gebiet der Neurophysiologie. Nach Abschluss des Studiums setzte Gaedt seine Forschungstätigkeit in den USA fort. Danach absolvierte er eine Facharztausbildung auf dem Gebiet der Neurologie und Psychiatrie. Von 1975 bis 1977 war Christian Gaedt Chefarzt an den Kliniken Schmieder in Gailingen am Hochrhein, bis 2001 Leitender Arzt der evangelischen Stiftung Neuerkerode und bis 2004 Leitender Arzt der Fachklinik Erlengrund in Salzgitter-Ringelheim. Christian Gaedt ist Organisator der Braunschweiger Gramsci-Tage.

14,90 €*
Christoph Jünke: Leo Koflers Philosophie der Praxis
Theorie Band 38 ISBN 978-3-944233-33-8Erschienen März 2015232 SeitenDer deutsch-österreichische Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosoph Leo Kofler (1907–1995) steht für einen »unverstümmelten, lebendigen Marxismus« (Oskar Negt). Zeitlebens hat er sich mit Themen der Geschichte und Gegenwart, der Philosophie- und Ideologiekritik, der Anthropologie und Ästhetik auseinandergesetzt. Der Autor und Kofler-Biograf Christoph Jünke nähert sich in diesem Band der anhaltenden Aktualität des sozialistischen Humanisten, verdeutlicht die Konturen seiner Philosophie der Praxis und spannt dabei einen Bogen von der sozialistischen Klassik bis zum Postmodernismus. Leo Kofler war ein herausragender Vertreter des deutschen Nachkriegsmarxismus. Geboren im österreichisch-ungarischen Ostgalizien, aufgewachsen im »Roten Wien« der Zwischenkriegszeit und während Faschismus und Krieg in der neutralen Schweiz interniert, wurde er 1947 an die Universität Halle berufen und musste als scharfer Bürokratiekritiker Ende 1950 nach Westdeutschland fliehen. Mit seinem Versuch, die marxistische Theorie dem 20. Jahrhundert entsprechend weiterzuentwickeln und die sozialistische Bewegung auf die Höhe der neokapitalistischen Zeit zu heben, machte sich der an Max Adler und Georg Lukács geschulte »heimatlose Linke« seit den 1950er-Jahren zu einem wichtigen Vermittler zwischen alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker, bevor er Anfang 1991 schwer erkrankte und 1995 in seiner Wahlheimat Köln starb.

18,90 €*
Christoph Jünke: Streifzüge durch das rote 20. Jahrhundert
Theorie Band 36     ISBN 978-3-944233-00-0 Erschienen Januar 2014 320 Seiten Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert von Revolution und Konterrevolution, ein Jahrhundert blutiger Leidenschaften, großer Hoffnungen und schwerer Enttäuschungen – ein Jahrhundert nicht zuletzt der sozialistischen Arbeiterbewegung mit ihren sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Massenorganisationen auf der einen, ihren kommunistischen Massenparteien auf der anderen Seite. Die Beiträge dieses Bandes nähern sich dieser Problem- und Entwicklungsgeschichte aber nicht von ihren beiden Hauptströmungen aus, sondern behandeln jene Strömungen und Individuen, die an ihren Rändern eine Antwort auf die Blockaden und Sackgassen suchten, in die die sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien die Arbeiter- und Emanzipationsbewegungen gebracht haben.   Es handelt sich um Streifzüge durch eine nicht selten vergessene und verdrängte Geschichte, um Geschichten vom Scheitern und Neu-Beginnen. Sie schlagen einen Bogen von der sozialistischen Klassik zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Epochenbruch am Ende desselben – von Karl Liebknecht bis Pierre Bourdieu, von den Linkssozialisten, Linkskommunisten und Trotzkisten über die heimatlose und die Neue Linke bis zur neuen zynischen Intelligenz der 1990er-Jahre. Stärken und Schwächen dieser Strömungen und Individuen exemplarisch herausarbeitend, begibt sich der Autor auf Spurensuche nach fortwirkenden politischen Mustern und einem unabgegoltenen Erbe, das auf dem Weg in eine mögliche Zukunft nicht vergessen werden sollte.

21,00 €*
Costas Douzinas: Philosophie und Widerstand in der Krise
Laika Theorie Band 41 ISBN: 978-3-944233-09-3 Erschienen März 2014 313 Seiten Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds wollten Griechenland als Versuchslabor für kapitalistisches Krisenmanagement nutzen. Aber der vielfältige Widerstand machte aus dem Objekt des Experiments ein politisches Subjekt und durchkreuzte die Pläne der Eliten. Die Demokratie, ihre Idee und ihre Grenzen werden nun an ihrer Wiege, in Griechenland, neu erfunden. Costas Douzinas erörtert die globale Krise und das Recht auf Widerstand, ergründet neoliberale Biopolitik und direkte Demokratie. Er beleuchtet auch die Verantwortung der Intellektuellen und die Poesie der Multitude. Am Beispiel Griechenlands zeigt der in London lehrende Jurist, wie radikal die weltweit anhaltende Welle von Protesten, Aufständen und Revolutionen die politische Landschaft verändert hat. Diese Entwicklung ist das jüngste Beispiel für die ewige Wiederkehr des Widerstands, dieses beständigen und bestechenden Merkmals des menschlichen Geistes. »Dieses Buch handelt nicht von dem exotischen Beispiel Griechenland. Es ist ein Buch über uns alle. Deshalb sollten wir alle es lesen!«Slavoj Žižek Costas Douzinas, geboren in Athen, hat 1973 am Widerstand in Griechenland gegen die Diktatur teilgenommen. Heute lebt Douzinas in London, lehrt als Juraprofessor an der Birkbeck Universität und ist dort Direktor des Institute for the Humanities. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt in den Bereichen Menschenrechte, Ästhetik, Rechtstheorie in der Postmoderne und Politische Phi- losophie. Neben seiner journalistischen Tätigkeit für den Guardian ist Douzinas auch Buchautor und Herausgeber. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Adieu Derrida, 2007 (Hrsg.), Human Rights and Empire – The Political Philosophy of Cosmopolitanism, 2007 sowie The End of Human Rights, 2000.

24,00 €*
Daniel Bensaïd: Die Enteigneten
 Laika Theorie Band 15 ISBN: 978-3-942281-22-5 Erschienen April 2012 120 Seiten Im Jahr 1842 ist Karl Marx 24 Jahre alt. Er ist Herausgeber der Rheinischen Zeitung (Rhein Gazette), die das Erbe der französischen Revolution im Rheinischen Deutschland verteidigt. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er eine Reihe von Artikeln, die als »Debatten über das Holzdiebstahlsgesetz« bekannt sind. Themen dieser Debatten sind die Fragen über das Eigentum, die Pressefreiheit, die Armut und die Strafe.  Der Preußischen Zensur sind diese Texte zu subversiv: Im April 1843 wird die Rheinische Zeitung geschlossen und der junge Marx geht nach Paris ins Exil. Daniel Bensaïd greift diese Ideen des jungen Marx auf und aktualisiert sie im Zusammenhang mit der Privatisierung des öffentlichen Raums, der Kriminalisierung von Widerstand und der Globalisierung des Kapitalismus. Es geht auch heute um den Kampf um armutsfreie Lebensbedingungen für alle Menschen. Die Privilegien der Besitzenden sind dagegen nicht zu verteidigen. Dieser Kampf kann durchaus im Widerspruch zur bürgerlichen Legalität stehen. Das verweist aber alleine darauf, daß diese Legalität neu gesetzt werden muss.  Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

14,90 €*
Daniel Bensaid: Ein ungeduldiges Leben – Politische Autobiografie
Laika Theorie Band 65 ISBN: 978-3-944233-58-1 Erschienen im Oktober 2016 440 Seiten Der Aktivist und Philosoph Daniel Bensaïd hat mit Ein ungeduldiges Leben seine packende politische Autobiografie vorgelegt, in der sich Individuum und Kollektiv, Theorie und Praxis überschneiden, widersprechen und versöhnen.  Das »Ich« und das »Wir«, die persönlichen und die geteilten Erfahrungen, zeugen von einem politischen Leben, das im Frankreich der 1960er-Jahre begann. Bensaïd schildert seine Jugend in einem von den spanischen Republikanern geprägten Toulouse, den Beginn der 68er-Bewegung in der französischen Provinz und in Paris, aber auch die schmerzhafte Erfahrung der argentinischen Linken. Er berichtet von der Neulektüre von Marx, erzählt vom marranischen Kommunismus, den Kämpfen von gestern bis heute. Politische Geschehnisse weltweit, wie der Algerienkrieg und die antikoloniale Solidaritätsbewegung dagegen – aus der heraus in Frankreich die Linke entstand, die im Mai 1968 eine fast revolutionäre Situation provozierte – werden aus der Perspektive eines Akteurs und zugleich klugen Beobachters erzählt, der es versteht, dabei auch die Bedeutung dieser Ereignisse für die gegenwärtige politische Situation zu erfassen. Daniel Bensaïd schildert seinen persönlichen politischen Werdegang und beschreibt zugleich die Entwicklung der Neuen Linken in Frankreich und Lateinamerika, die ganz andere Wege ging – und bis heute geht – als die deutsche Linke, was die Lektüre besonders spannend und erkenntnisreich macht.   Aus dem Französischen von Elfriede Müller Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

29,00 €*
Daniel Bensaid: Lob des Widerstands
Laika Theorie Band 75 ISBN: 978-3-944233-80-2 Erschienen im März 2017 112 Seiten In einem Gespräch mit dem Journalisten und Philosophen Philippe Petit antwortet Daniel Bensaïd auf die Fragen nach der Zukunft der radikalen Linken und ihrer Konzeption von der Veränderung der Welt.  Daniel Bensaïd ruft angesichts des drohenden Verschwindens der Politik dazu auf, der Rhetorik der Resignation zu widerstehen und der Politik wieder eine eigene Zeitlichkeit und einen eigenen Raum zu eröffnen. Dieser Band ist ein Plädoyer für eine Politik des Konflikts: Weder die Krise der politischen Repräsentation noch die Unordnung der Widerstandsbewegungen darf uns das Potenzial der Politik vergessen lassen. Die Geschichte ist ohne Unterlass neu zu interpretieren, und die sozialen Bewegungen sind die Orte, die die aktuelle Politik erfinden. Daniel Bensaïd setzt auf die Formen alternativer Demokratie, in denen sich die weltweiten, europäischen, nationalen und lokalen Räume miteinander verbinden, um die »Arbeit zu unterbrechen«, die Einkommen zu verteilen und eine neue Produktionsweise zu erörtern.   Aus dem Französischen übersetzt und mit einem Vorwort versehen von Elfriede Müller Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

13,00 €*
Daniel Bensaid: Politik denken. Interviews.
Laika Theorie Band 48 ISBN: 978-3-944233-19-2 Erschienen März 2015 64 Seiten Zwei Interviews mit dem Philosophen und Aktivisten Daniel Bensaïd: eine dialogische Einleitung in sein Denken und seine politische Praxis und zugleich eine kleine politische Geschichte der französischen radikalen Linken. Bensaïd, 1946 in Toulouse geboren und 2010 in Paris gestorben, war ein Philosoph, der den Marxismus auf einer subjektivistischen Grundlage fortschrieb, ein unermüdlicher Aktivist, der seit den Anfängen des Mai 68 bis zu seinen letzten Lebensmonaten an allen politischen und sozialen Auseinandersetzungen beteiligt war.  Das erste Interview mit dem Dokumentarfilmer Fred Hilgemann dreht sich um 1968, den größten Generalstreik in der französischen Geschichte, das Entstehen der Bewegung in der Zeit des Algerienkrieges sowie der Neuen Linken, deren Entwicklung Daniel Bensaïd entscheidend geprägt hat. Das zweite Interview führte die argentinische Zeitschrift Praxis im Mai 2006. Bensaïd erläutert darin den Epochenbruch von 1989 und die Auswirkungen der Globalisierung auf den antikapitalistischen Kampf. Er insistiert auf der Notwendigkeit einer neu zu formulierenden Strategie des Raums und der Zeit, der Pluralität des revolutionären Subjekts im Neoliberalismus und versucht, das revolutionäre Erbe vor dem Konformismus zu bewahren. Das Werk von Daniel Bensaïd umfasst dreißig Bände mit philosophischen Entwürfen, scharfen politischen Analysen und Gebrauchstexten für den politischen Alltag. Seine Schriften zur politischen Ideengeschichte, zur Fortschreibung des Kapital, zur Bilanz des 20. Jahrhunderts und seinen gescheiterten Revolutionen bekräftigen die Notwendigkeit einer revolutionären Möglichkeit.   Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

9,90 €*
Daniel Bensaid: Walter Benjamin Links des Möglichen
Laika Theorie Band 47 ISBN: 978-3-944233-18-5 Erschienen März 2015 ca. 200 Seiten Dieses kurz nach dem Fall der Mauer erschienene Buch des Philosophen und Aktivisten Daniel Bensaïd (1946–2010) markierte einen Wendepunkt im theoretischen und politischen Werdegang des Autors. Walter Benjamin lieferte notwendige Ansatzpunkte zur Reformulierung eines revolutionären und strategischen Denkens in einer Periode der Niederlage, als der Neoliberalismus zu triumphieren schien.  Im Dialog mit Walter Benjamin fordert Bensaïd, sich dem jüdischen Messianismus und dem unerwartet eintreffenden Ereignis zu öffnen. Er plädiert dafür, sich an die Besiegten der Geschichte zu wenden, um sie in die Kräfte der zukünftigen Revolution zu integrieren. Bensaïd rehabilitiert einen politischen Walter Benjamin gegenüber einer dominanten literatur- und kunstwissenschaftlichen Rezeption.   Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

24,00 €*
Der kommunistische Horizont
Laika Theorie Band 60 ISBN 978-3-944233-55-0 Erschienen im März 2016 ca. 180 Seiten Eine aufstrebende Denkerin über die Neubelebung der kommunistischen Idee. In ihrem aktuellen Buch löst Jodi Dean das kommunistische Ideal von den Verfehlungen der Sowjetunion und wendet sich damit gegen die weiter wirksamen Vorurteile des Kalten Krieges. Heute, in einer Zeit, da die Geschäftigkeit des internationalen Bankenwesens die ausgebeuteten Bevölkerungsschichten weltweit wachgerüttelt und ins Bild gesetzt hat über die Unzulänglichkeit eines Wirtschaft Systems, das sich ewigem Wachstum verschrieben hat, ist es höchste Zeit für die Linke, ihr melancholisches Arrangement mit dem Kapitalismus zu beenden.   Im neuen Kapitalismus der vernetzten Informationstechnologien wird selbst unsere Kommunikationsfähigkeit ausgebeutet und verwertet. Aber eine Revolution ist immer noch möglich, wenn wir uns auf der Basis unseres gemeinsamen und kollektiven Begehrens organisieren. In ihrer Analyse der Occupy-Bewegung argumentiert Dean, dass sich deren Spontaneität nicht zu einer Revolution auswachsen kann – dazu muss sich die Bewegung als Partei konstituieren.   Als Werk von drängender Relevanz ist Der kommunistische Horizont nicht weniger als ein Manifest für eine neue kollektive Politik.   Aus dem Englischen übersetzt von Andreas Förster.   »Wer heute für Emanzipation kämpft, braucht genau das: eine einzigartige Kombination aus theoretischer Stringenz und realistischer Einschätzung der Zwickmühle, in der wir stecken. Wer noch in Illusionen über die liberale Demokratie schwelgt, dem sei nur gesagt: Lies Jodi Deans neues Buch!« Slavoj Žižek   Jodi Dean, geboren 1962, verteidigt die Idee des Kommunismus. Als Professorin lehrt sie Politikwissenschaft und (digitale) Medientheorie an den Hobart and William Smith Colleges in Geneva, New York. Ihre Arbeit speist sich aus dem Marxismus und Poststrukturalismus sowie der Psychoanalyse und richtet sich auf feministische wie kulturelle Aspekte und insbesondere auf die Rolle der Technologie. Ihr Begriff des »kommunikativen Kapitalismus« stellt die verstärkte Rolle der Kommunikation in der Produktion heraus: die Verschmelzung von Demokratie und Kapitalismus zu einer integrierten Formation. Zu ihren Veröffentlichungen zählen unter anderem Reformatting Politics (2006; Co-Hrsg.), Democracy and Other Neoliberal Fantasies (2009) sowie Blog Theory (2010). Sie ist Mitglied der Redaktion des Journals Theory & Event

22,00 €*
Ed Pluth: Badiou - Eine Philosophie des Neuen
Laika Theorie Band 9 ISBN: 978-3-942281-99-7 Erschienen Oktober 2012 232 Seiten Das Buch gilt als bisher beste Einführung in das Denken des französischen Philosophen Alain Badiou sowie die bisher intensivste theoretische Auseinandersetzung mit Badious Hauptwerken „Theory of the Subject“ und „Das Sein und das Ereignis“. Was ist praktischer Humanismus, was eine Ethik der Wahrheit – Badious marxistische Wurzeln und seine theoretische Reflexion der Psychoanalyse Lacans münden in einem Entwurf für eine „Intelligenz der ständigen Veränderung“, einer Anleitung widerständiger Lebenspraxis. In einem freimütigen Augenblick während einer Konferenz, die vor einiger Zeit stattfand, brachte Alain Badiou seine Enttäuschung und Überraschung darüber zum Ausdruck, dass so viele seiner Kollegen – er dachte an die Generation der Studenten- und Arbeiteraktivisten der so genannten soixante-huitards oder »68er« – eine große Ablehnung gegenüber ihrem früheren militanten Engagement entwickelt hatten. Auch wenn seine Äußerung eher als Randbemerkung vorgebracht wurde, so war sie doch mehr als das: Badious Betroffenheit über Menschen, die sich gegen etwas wenden, an das sie einmal geglaubt haben, ist unmittelbar mit einem übergreifenden Anliegen seiner Philosophie verbunden. Badiou interessiert sich für die Bedingungen von Konversion, Überzeugung, Entschlossenheit, Beharrlichkeit und, auf der anderen Seite, Schwanken, Zweifel und Rückzug.   Ed Pluth lehrt als Professor für Philosophie an der California State University in Chico/USA zu den Themen Philosophie des 20. Jahrhunderts, Strukturalismus und Poststrukturalismus, Logik und Kritisches Denken, Existenzphilosophie, Phänomenologie sowie Ethik und menschliches Glück. Neben seiner Arbeit zu Alain Badiou hat Ed Pluth eine Abhandlung zum Freiheitsbegriff in der Theorie von Jacques Lacan veröffentlicht.

21,00 €*
Ellen Meiksins Wood: Das Imperium des Kapitals
Laika Theorie Band 66 ISBN: 978-3-944233-71-0 Erschienen im Oktober 2016 204 Seiten Was bedeutet Imperialismus, wenn es keine Kolonialherrschaft gibt? Kapitalismus ermöglicht eine neue Form der Dominanz durch rein wirtschaftliche Mittel, so Ellen Meiksins Wood.  Deshalb würde sicherlich auch der schärfste Veteran aus dem Weißen Haus die globale Hegemonie lieber auf diese Art ausüben, ohne kostspielige koloniale Verwicklungen. Dennoch hat das wirtschaftliche Imperium des Kapitals einen neuen, grenzenlosen Militarismus geschaffen, wie Wood eindrucksvoll zeigt. Indem sie den neuen Imperialismus mit historischen Erscheinungsformen wie dem römischen oder spanischen Reich vergleicht und die Entwicklung des kapitalistischen Imperialismus bis zur englischen Dominanz über Irland und des britischen Empires über Amerika und Indien zurückverfolgt, zeigt Wood, wie das heutige kapitalistische Imperium – eine globale Wirtschaft, von Nationalstaaten verwaltet – eine neue militärische Doktrin eines Krieges hervorgebracht hat, der sowohl zeitlich als auch in Bezug auf seine Ziele keine Grenzen kennt.   Aus dem Englischen von Harald Etzbach.   Ellen Meiksins Wood, geboren 1942, starb im Januar 2016. Sie war eine der führenden marxistischen Theoretikerinnen im englischsprachigen Raum. Von 1967 bis 1996 lehrte sie Politikwissenschaft an der York University in Toronto; von 1984 bis 1993 war sie Redaktionsmitglied der New Left Review, von 1997 bis 2000 Mitherausgeberin der Zeitschrift Monthly Review. Wood hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter The Retreat from Class: A New ›True‹ Socialism (1986), The Pristine Culture of Capitalism (1991), Citizens to Lords: A Social History of Western Political Thought from Anti quity to the Middle Ages (2008) und Liberty and Property: A Social History of Western Political Thought from Renaissance to Enlightenment (2012). Der LAIKA Verlag bringt mehrere ihrer Titel als »Ausgewählte Werke« heraus, bereits 2015 erschien Der Ursprung des Kapitalismus.

28,00 €*
Enzo Traverso: Das Ende der jüdischen Moderne
Laika Theorie Band 72 ISBN: 978-3-944233-59-8 Erschienen im März 2017 208 Seiten Die jüdische Moderne hat sich während der Epoche der Aufklärung und des Zweiten Weltkriegs entwickelt, zwischen den Debatten, die der jüdischen Emanzipation vorausgingen, und dem Genozid der Nazis.  Während dieser zwei Jahrhunderte befand sich die jüdische Moderne im Herzen Europas: Ihre intellektuelle, literarische, wissenschaftliche und künstlerische Reichhaltigkeit erwies sich als außergewöhnlich. Aber der Werdegang der jüdischen Moderne ist erschöpft. Nachdem sie die Funktion einer Heimstätte des kritischen Denkens der westlichen Welt errungen hatten, fanden sich die Juden und Jüdinnen durch eine Art paradoxe Umkehrung auf der Seite der Herrschaft wieder. Die Intellektuellen wurden zur Ordnung gerufen und die Subversiven haben sich selbst gezähmt und sind oft zu Konservativen geworden. Der Antisemitismus steht nicht mehr im Mittelpunkt der westlichen Kulturen und hat seinen Platz der Islamfeindlichkeit überlassen, der vorherrschenden Form des Rassismus am Beginn des 21. Jahrhunderts.   Die Erinnerung an den Holocaust ist zur »zivilen Religion« unserer liberalen Demokratien geworden und hat aus dem ehemaligen »Paria-Volk« eine respektable, wahrgenommene Minorität gemacht, die Erbin einer Geschichte, nach deren Maßstab der demokratische Westen nunmehr seine moralischen Tugenden beurteilt.   In diesem richtungsweisenden Essay analysiert Enzo Traverso diese historische Metamorphose. Seine Bilanz zielt nicht darauf ab, zu verurteilen oder freizusprechen, sondern zum Nachdenken über eine zu Ende gegangene Erfahrung anzuregen, mit dem Ziel, ihr Vermächtnis zu retten, das ebenso durch ihre sterile Kanonisierung wie durch ihre konservative Konfiszierung bedroht ist.   Aus dem Französischen von Roland Holst Enzo Traverso, geb. 1957 in Gavi, Piemont/Italien, lebte und arbeitete seit den 1980er-Jahren in Paris. Er unterrichtete an der Universität der   Picardie Jules Verne in Amiens und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Hochschule für Sozialwissenschaften) in Paris. Heute ist er Professor für Sozialwissenschaften an der Cornell University, New York. Er ist Autor maßgeblicher Werke über Auschwitz und Moderne, Exil, den Holocaust und die Intellektuellen sowie über Paul Celan, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Siegfried Kracauer. Seine Werke sind in mehr als zwölf Sprachen übersetzt worden. Auf Deutsch erschien u. a. Auschwitz denken. Die Intellektuellen und die Shoah (2000).

23,00 €*