Im Wendekreis des Chaos

Im Wendekreis des Chaos
von Christian Parenti

Warum starb Ekaru Loruman? Ekaru war ein armer kenianischer Kleinbauer, der versuchte, seine knapp zehn Kühe vor schwerbewaffneten Viehdieben zu schützen. Die Kugel, die ihn traf, stammte aus einer modernen Schnellfeuerwaffe. Sein Tod war kein Einzelfall, er markiert den Zusammenhang von zunehmender Armut, zunehmender Gewalt und den Folgen des weltweiten Klimawandels.

Bis vor knapp zwanzig Jahren lebte der Stamm der Turkana friedlich im nordwestlichen Grenzgebiet Kenias in unmittelbarer Nachbarschaft zum ugandischen Stamm der Pokot. Seither jedoch haben sich die Lebensbedingungen der beiden Stämme grundlegend verändert. Die Böden sind ausgetrocknet, die wenigen Wasserquellen versiegt; Getreide kann nicht mehr angebaut und das Vieh nicht mehr getränkt werden. Die unmittelbaren Folgen des weltweiten Klimawandels haben in diesem Mikrokosmos zu einem mörderischen Konflikt um das täglich Überleben geführt.

Christian Parenti leitet aus diesem Mikrokosmos die Ursachen für die zunehmenden militärischen Konflikte auf der Makroebene ab. Kriege um Wasser, fruchtbare Böden und die damit verbundenen Chancen des Überlebens sind das Menetekel der unmittelbaren Zukunft großer Teile des Planeten. Parenti analysiert detailliert die direkten Folgen von Klimawandel und Umweltzerstörung in den sogenannten Randgebieten der Industriegesellschaften und zeigt anhand seiner Beispiele überzeugend auf, dass der sukzessive Zusammenbruch eben dieser »Randgebiete« das industrielle Zentrum bald erreichen wird.

 

Erschienen März 2013

19,90 €
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ISBN:
9783942281348